Dienstag, 17. April 2018

Rezension zu "Das geheime Leben der Seele: Alles über unser unsichtbares Organ" von Sabine Wery von Limont





Inhalt

Wieso sind wir, wie wir sind? Und müssen wir so bleiben? Man kann sie vielleicht nicht sehen, und doch ist sie spür- und sogar messbar: Die Seele ist zwar das unsichtbare Organ unseres Körpers, wirkt sich aber über das Nervensystem auf unseren ganzen Organismus aus. Sie umfasst unsere gesamte Wahrnehmung, beeinflusst Hirn- und Organaktivität, bestimmt die Bindung zu unseren Mitmenschen, definiert unsere Persönlichkeit - und sie kann uns krankmachen. Die bekannte Verhaltenstherapeutin Sabine Wery von Limont beschreibt auf verständliche Weise, welche Strategien die Seele hat, um mit uns zu kommunizieren, und warum es sich lohnt, mit ihr in Kontakt zu kommen, um uns selbst und andere besser zu verstehen.

Autorin

Sabine Wery von Limont studierte Wirtschaft und Psychologie in Hamburg. Sie arbeitete als Psychotherapeutin u.a. für Wirtschaftsunternehmen, renommierte Hamburger Kliniken und für Parship. Heute führt sie ihre eigene Praxis und gilt als Expertin auf dem Gebiet der Psychokardiologie und Traumatherapie. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.
  
Broschiert: 352 Seiten 
Verlag: Mosaik (12. März 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442393299 
ISBN-13: 978-3442393299
zu kaufen : https://amzn.to/2HGLSad

Meine Einschätzung

In diesem Sachbuch geht es um die Seele und ihre Rolle im Leben jedes Menschen.  Die Autorin versucht in ihrem Buch anhand wissenschaftlicher Beispiele und einiger Fallbeispiele dem Leser die Bedeutung der Seele für den Körper nahe zu bringen. Das Buch ist in mehrere Schwerpunktkapitel eingeteilt. Kapitel 1 untersucht die Frage, warum wir überhaupt eine Seele haben. Im Kapitel 2 wird untersucht welche Grundbedürfnisse unsere Seele hat und wie sie unser Überleben und unsere psychische Gesundheit sichert. Im Kapitel 3 wird beleuchtet, wieso es zu psychischen Störungen wie Ängste, Depressionen und Zwängen kommen kann und Kapitel 4 beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, das für chronische Erkrankungen oftmals die Seele die eigentliche Ursache ist. Im Kapitel 5 wiederum wird der Stellenwert der Psychotherapie als das beste Mittel gegen seelische Erkrankungen aufgezeigt.
 Jeder hat sicher schon mal erfahren, dass von Mitmenschen körperliche Erkrankungen - wie eine Erkältung oder ein gebrochenes Bein - besser akzeptiert werden, als seelische Erkrankungen - Depressionen oder Bourn-out. Seelische Erkrankungen werden oftmals belächelt und oft hört der Betroffene Worte wie :"Reiß Dich mal zusammen!" oder "Sei nicht so pessimistisch!" Dadurch scheuen sich auch Betroffene gleich im Anfangsstadium Hilfe zu suchen und warten oftmals viel zu lange, bevor ein Therapeut zu Rate gezogen wird. Dadurch besteht die Gefahr der Chronifizierung und lange Therapiezeiten sind dann notwendig. Ich finde es gut, dass die Autorin mit diesem Buch allen Lesern einen umfassenden Einblick in die Rolle der Seele für ein gesundes Leben gibt. Es werden Zusammenhänge zwischen Lebenserfahrungen, psychischen und körperlichen Erkrankungen aufgezeigt. Dabei fielen mir besonders auf Seite 88 die 4 seelischen Grundbedürfnisse ins Auge, die je nachdem wir sie erfüllen, unser Leben gestalten und entscheiden, ob wir gesund bleiben oder erkranken. Diese 4 Grundbedürfnisse sind: - Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung
                                                                     - Bedürfnis nach Bindung
                                                                     - Bedürfnis nach Kontrolle und Autonomie
                                                                     - Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung
In den folgenden Abschnitten geht die Autorin genauer darauf ein und gibt dadurch dem Leser wichtige Denkanstöße, auch im eigenen Leben mehr auf diese Bedürfnisse zu achten.
Sehr gut finde ich auch den Abschnitt, in dem die Autorin auf seelische Erkrankungen eingeht, auch mit Fallbeispielen. Auch das Kapitel über die Psychosomatik habe ich mit viel Interesse gelesen.
Zusammenfassend möchte ich feststellen, dass dieses Buch ein wichtiger Beitrag ist, die Menschen anzuregen, mehr für ihre seelische Gesundheit zu tun, denn sie ist die wichtige Grundlage für ein gesundes zufriedenes Leben.








Rezension zu "Die sanfte Medizin der Bäume" von Maximilian Moser und Erwin Thoma


Inhalt

Bäume lassen jeden von uns gesünder und länger leben. Noch vor einigen Jahren galt die Heilkraft des Holzes als Volksmeinung, inzwischen ist ihr großer Nutzen auch von der etablierten Medizinforschung wissenschaftlich bestätigt. Dieses Buch ist ein verlässlicher Begleiter, wenn es darum geht, die wiederentdeckten Kräfte der Natur zurück in ihr Leben zu bringen: Welches Holz beeinflusst meinen Organismus positiv? Wie stärke ich meine Abwehrkräfte mit selbst gemachten Naturheilmitteln? Was kann ich tun, um wieder besser zu schlafen? Entdecken Sie gemeinsam mit dem Förster und Naturholzspezialisten Erwin Thoma und dem Medizinwissenschaftler Maximilian Moser das uralte Wissen um die heilende Kraft des Waldes neu. 

Autoren

Prof. Dr. Maximilian Moser (1956 geb.) studierte an der Universität Graz Biologie und Medizin. Er ist Mitbegründer der Arche Noah, der größten privaten Saatgutbank Europas. Moser ist Professor an der Medizinischen Universität Graz und leitet das Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung.

Ing. Dr. Erwin Thoma (1962 geb.) Seine Naturverbundenheit ließ ihn früh den Beschluss fassen, Förster zu werden. Mit seiner Holzbaufirma  errichtet Thomas heute Häuser, die zu hundert Prozent aus Holz bestehen ein Weltpatent. Sein Buch "Die geheime Sprache der Bäume" ist ein Bestseller. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Goldegg.
  
Broschiert: 192 Seiten 
Verlag: Goldmann Verlag (19. März 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442222273 
ISBN-13: 978-3442222278
zu kaufen : https://amzn.to/2H8INPt


Meine Einschätzung

Da ich mich sehr für die Natur und auch für heilende Kräuter interessiere, war ich schon sehr gespannt auf dieses Buch. Ich wurde nicht enttäuscht. Schon das Cover fällt einem sofort ins Auge. Illustriert ist das Buch mit großformatigen farbigen Zeichnungen von verschiedenen Baumarten und Pflanzen, die man in unseren Wäldern finden kann.
Wie im Vorwort besonders betont wird, ist das Buch ein "Buch über die Urgesundheit des Lebens, die in den Wäldern schlummert, ein Plädoyer sich auf die Kräfte der Natur einzulassen, die die Menschheit durch Jahrmillionen begleitet hat.".
Grundlage des Buches sind ua. wissenschaftliche medizinische Forschungsarbeiten, die beweisen, welche wichtige Rolle das Holz, bei richtiger Anwendung bzw. Einsatz für das Wohl des Menschen einen wichtigen Beitrag leisten kann.
In sehr unterhaltsamer Weise vermittelt das Buch dem Leser Erkenntnisse über die Rolle der Bäume im Leben der Menschen. Dabei werden den wissenschaftlichen Erkenntnissen authentische Erlebnisberichte gegenüber gestellt.
Das Buch ist in mehrere Abschnitte eingeteilt. Da gibt es ua. Kapitel über die Waldapotheke, Bienen, Erlen und Wasseradern, Chancen und Grenzen der Naturheilkunde, Holz und Hygiene, Weltraum - und Holzforschung...Besonders interessant ist auch der Service- Teil - der die sanfte Medizin der Bäume dem Leser nahe bringt. Darin findet man zahlreiche Vorschläge und naturheilkundliche
Rezepte, wie man Bäume und Pflanzen im Alltag verwenden kann.
Im Index findet der Leser noch einmal eine Zusammenfassung der Bäume und Pflanzen, die im Buch näher betrachtet werden.
Mir hat die Reise in das Leben unsere Bäume und Pflanzen sehr gefallen und ich werde das Buch sicher noch öfter in die Hand nehmen, um einige Ratschläge und Rezepte umzusetzen.
Ich wünsche dem Buch viele interessierte Leser.

 

Montag, 16. April 2018

Rezension zu "Kochen mit dem Papst: Die Lieblingsrezepte von Franziskus" von Roberto Alborghetti

Inhalt

Nur sehr wenige wissen, dass Papst Franziskus sein Diplom als Lebensmittelchemiker gemacht hat und dass Essen und Kochen in seinem Leben eine wichtige Rolle spielen. Roberto Alborghetti, einer der engagiertesten Biografen des Papstes, zeigt in diesem Buch eine bislang unbekannte Seite des lebenszugewandten Papstes. Auf unterhaltsame Weise erzählt er aus dem Leben Jorge Mario Bergoglios und dem seiner italienischen Familie. Deren Begeisterung für gutes Essen beeinflusste wohl nicht nur seine erste Berufswahl, spätestens seit der Veröffentlichung seiner Umwelt-Enzyklika Laudato si' ist er als Verfechter des verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur und Lebensmitteln bekannt. Dass Franziskus ein begeisterter Koch und begnadeter Gastgeber ist, zeigen die vielen persönlichen Anekdoten und Fotos.

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Autor

Roberto Alborghetti, Journalist, Autor und bildender Künstler, hat etwa 50 Bücher geschrieben. Er arbeitete für Zeitschriften und Zeitungen und produzierte TV-Dokumentationen. Seine meistverkauften Bücher sind „Francesco“, die erste illustrierte Biographie über Papst Franziskus und „Quando il giorno era una freccia“, in dem er die Schuljahre und den kulturellen Hintergrund von Papst Franziskus beleuchtet. Zuletzt erschien „Nessuno resti indietro“, ein weiterer Titel über Jorge Mario Bergoglio in einem der ärmsten Länder Südamerikas. 

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten 
Verlag: Südwest Verlag (26. März 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3517097268 
ISBN-13: 978-3517097268
zu kaufen : https://amzn.to/2H4A2tP

Meine Einschätzung

Diese Buch fällt schon durch seine wunderbare Gestaltung auf, vom Cover, über viele großformatige Fotos aus dem Leben des Papstes bis zu den Rezepten mit Farbfotos von den jeweiligen Gerichten.
Sehr unterhaltend sind die persönlichen Anekdoten aus dem Leben des Papstes.
So erfährt man, dass der Papst schon als Junge durch seine Großmutter und seine Mutter die Liebe zum Zubereiten von schmackhaften Speisen erfahren hat und in ihm der Wunsch geweckt wurde, den Beruf eines Lebensmittelchemikers zu erlernen. Für seine Familie und auch für ihn heute ist das Essen ein wichtiger Teil des Lebens, zu dem man sich in Familie oder mit anderen Menschen trifft und gemeinsam die zubereiteten Gerichte genießt.
»Gesegnete Mahlzeit!« Hinter diesen Worten verbirgt sich eine Welt, die Welt von Franziskus. Besonder wichtig sind dabei Essen, bei denen er sich als Papst mit den Vergessenen, den Alten, den Einsamen und Armen trifft. Ein Beispiel dafür ist der 19. November 2017, der zum ersten Mal als Tag der Armen begangen wurde. 1500 Menschen, die in Not leben, die meist weder ein Zuhause noch eine Arbeit haben, wurden in die Aula des Vatikans eingeladen und ein einfaches Mahl serviert.
Bereits in Argentinien prangerte er als Erzbischof die Arbeitslosigkeit an, die Armut und Hunger hervorbrachten und Altersarmut und Mangelernährung besonders bei den Kindern als Folge hatten. Er fordert, dass kein Mensch auf der Welt verhungern darf und fordert alle auf, dazu ihren Beitrag zu leisten.
Roberto Alborghetti ist einer der engagiertesten Biografen des Papstes. Er ist es, der uns auch mit diesem Buch eine bislang unbekannte Seite des lebenszugewandten Papstes aufzeigt. 
Da seine Eltern italienischer Herkunft sind, liebt der Papst auch viele italienische Gerichte. Er ernährt sich stets gesund und liebt vor allem Früchte, Huhn und Salat.
Die Rezepte im Buch beinhalten alle Variationen von Speisen: verschiedene Gemüsegerichte, Fisch, Fleisch, aber auch leckere Backkreationen. Ich habe schnell Rezepte gefunden, die ich ausprobieren werde.
Gut und nachdenkenswert finde ich die Sätze des Papstes zur Esskultur in der Familie, die er in einem Interview sagte: " Eine Familie, die nie zusammen isst, bei Tisch nicht miteinander spricht, beim Essen fernsieht oder mit dem Smartphone spielt, ist eine Familie ohne Familiensinn." (S. 203)
Dem Autor gelingt es in unterhaltsamer Weise den Leser mit dem Papst Franziskus vertrauter zu machen, der sich für die Menschen und ihre Probleme einsetzt und regt gleichzeitig mit den Rezepten an, etwas Neues auszuprobieren und damit seinen eigenen Speiseplan zu bereichern.
Ich wünsche dem Buch viele interessierte Leser.



Sonntag, 15. April 2018

Rezension zu "Ede und Unku - die Wahre Geschichte" von Janko Lauenberger und Juliane von Wedemeyer

Inhalt

Ede und Unku - mit über 5 Mio Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Die Erstausgabe erschien 1931, das Buch war viele Jahre Schullektüre und erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku während der Weimarer Republik. Doch was kaum jemand weiß: Schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Buch verboten und das »Zigeunermädchen« Unku in einem Konzentrationslager umgebracht. Der Musiker Janko Lauenberger ist Unkus Ur-Cousin. Er erzählt in diesem Buch ihre wahre Geschichte und gleichzeitig seine eigene als Sintikind in der ehemaligen DDR und später im wiedervereinigten Deutschland. 


Autoren

Janko Lauenberger, 1976, arbeitet als Musiker in Berlin und hat bereits mit Jazzgrößen wie Ferenc Snetberger gespielt. Ausgebildet hat ihn sein Vater, Gründer der DDR-Kultband „Sinti Swing Berlin“. Seit seinem 16. Lebensjahr spielt Lauenberger in der Band mit, widmet sich aber auch eigenen musikalischen Projekten.
Juliane von Wedemeyer, Jahrgang 1975, ist freie Autorin und arbeitet heute vor allem für die Süddeutsche Zeitung. Ihre ersten Reportagen und Porträts schrieb sie für den Berliner Tagesspiegel, damals noch als Volontärin. In der Nähe Berlins ist sie auch aufgewachsen. „Ede und Unku“ gehörte für sie also zur Schullektüre.   

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten 
Verlag: Gütersloher Verlagshaus (26. Februar 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3579086944 
ISBN-13: 978-3579086941
zu kaufen:  https://amzn.to/2JOgHdW

Meine Einschätzung

Schon als Kind habe ich das Buch " Ede und Unku" begeistert gelesen. 1931 hat die Autorin Grete Weiskopf alias Alex Wedding  die Geschichte der Freundschaft zwischen einem Berliner Arbeiterjungen Ede zu Unku, eine Sinteza. Diese Freundschaft wurde damals nicht als gerne gesehen, denn es gab viele Vorurteile zu den "Zigeunern" - wie die Sinti und Roma abfällig genannt wurden. Die Geschichte handelt auch vom Leben von Arbeiterfamilien während der Weltwirtschaftskrise in Berlin. Da die Autorin Kommunistin und Jüdin war, wurde dieses Kinderbuch ein Opfer der Bücherverbrennung 1933 der Nazis.
Nun erzählt der Ur- Großcousin von Unku über die Hintergründe der Geschichte von Ede und Unku. Man erfährt, dass es beide Kinder wirklich gab. Grete Weiskopf war mit Unkus Familie eng befreundet . Unkus Familie und sie selber wurden von den Nazis in Vernichtungslager gesperrt und außer Unkus Vater überlebte niemand ... Unku war damals schon Mutter von zwei kleinen Mädchen...
Das Buch ist in zwei Erzählsträngen geschrieben. Einmal erfahren wir viel aus dem Leben von Unku und ihrer Familie und in anderen Geschichten erzählt der Autor über sein Leben als Sinti in der DDR und nach der Wende. Das Buch beinhaltet auch Fotos aus dem Leben der Familie Lauenburger und des Autors. Es ist ein Stück deutsche Geschichte, das hier in bildhafter Sprache geschildert wird. Auf den Spuren von Unku recherchiert der Autor gemeinsam mit der Journalistin Juliane von
Wedemeyer auch die Geschichte seiner Familie. Er besucht dabei Konzentrationslager, in denen Familienangehörige ermordet wurden. Sehr berührt hat mich seine Schilderung von seinem täglichen Kampf im Schulalltag gegen Anfeindungen einiger seiner Mitschüler- für die er nur ein dreckiger Zigeuner war...

Auch heute noch ist in vielen Köpfen ein Hass auf Sinti und Roma vorhanden. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag gegen Rassismus und eine Mahnung alles zu tun, damit sich die Verbrechen der deutschen Faschisten nicht wiederholen können. Ich habe das Buch sehr gerne und mit großem Interesse gelesen und freue mich darüber, dass so die Erinnerung an Unku wachgehalten wird - dem Mädchen aus dem Kinderbuch, das im Leben Erna Lauenburger hieß und hilfsbereit, herzlich, mutig und manchmal verwegen war und die von den Faschisten in Ausschwitz ermordet wurde. Heute erinnert unter anderem im Berliner Stadtteil Friedrichshain ein Ede-und-Unku-Weg, der zwei Kindertagesstätten verbindet, an sie und ihre Familie.
Ich wünsche diesem Buch viele interessierte Leser, denn das Anliegen alles gegen Rassismus zu tun, ist hochaktuell.
 Ein Foto meines Kinderbuches, das ich vor 55 Jahren als gute Schülerin erhalten habe.

Donnerstag, 12. April 2018

Rezension zu "Fememord" von Boris Meyn





Inhalt

Berlin 1925: Die junge Journalistin und Hobbyfliegerin Ilka Bischop erfährt zufällig, dass die Reichswehr eine geheime Fliegerschule in der Sowjetunion aufbaut. Ilka geht der brisanten Story nach. Kurz darauf stirbt einer ihrer Informanten, ein befreundeter Flieger. Wie sich herausstellt, hatte der Mann eine Liaison mit einem Mitarbeiter aus dem Stab um Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher. Ilka macht sich auf in die Hansestadt. Doch sie findet den Mann tot vor. Ermordet.

Hamburg, das merkt Ilka schnell, ist eine Stadt im Aufbruch. Und der berühmte Architekt Schumacher soll ihr ein neues Gesicht geben. Wo monumentale Bauaufträge anstehen, geht es natürlich um sehr viel Geld. Doch dann stößt Ilka bei ihren Recherchen auf einen geheimen Zirkel, der weitreichendere Ziele hat, als nur am Neubau der Stadt zu verdienen. Und dafür alles zu tun bereit ist.

Der achte Band aus Boris Meyns großer Historienserie. Mit viel Hamburg. Mit Tafelteil. Und mit einer faszinierenden Ermittlerin.

Autor


Boris Meyn, Jahrgang 1961, ist promovierter Kunst- und Bauhistoriker. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zur Hamburger Architektur- und Stadtgeschichte veröffentlicht und parallel dazu begonnen, historische Kriminalromane zu schreiben. «Der Tote im Fleet» avancierte in kürzester Zeit zum Bestseller («spannende Krimi- und Hamburglektüre», so die taz). Mit seiner Familie lebt der Autor im Lauenburgischen.

Taschenbuch: 240 Seiten 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (27. März 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499290537 
ISBN-13: 978-3499290534
zu kaufen : https://amzn.to/2GSwZVk




Meine Einschätzung

Es ist der 8. Band der Reihe historischer Kriminalromane des Autors. Da ich sehr gerne Romane mit historischem Hintergrund lese, war ich schon gespannt auf dieses Buch. Der Autor führt den Leser in die Zwanziger Jahre und man erfährt beim Lesen viel über damals aktuelle Themen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft,Architektur, Kultur und Technik. Es begegenen einem historische Persönlichkeiten aus allen Gebieten. Dabei ist die Schilderung der damaligen Ereignisse so bildhaft, das es einfach Spaß macht, beim Lesen darin einzutauchen.
Ilka Bischop, eine junge Journalistin und dazu Hobbyfliegerin, erfährt, dass es geheime Vereinbarungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion gibt, Fliegerschulen für deutsche Militärpiloten in Russland einzurichten. Diese Information ist deshalb so brisant, da damit durch Deutschland der Versailler Vertrag gebrochen wird. Sie ahnt, dass das eine interessante Story für die Zeitung geben wird . So fliegt sie 1925 von Berlin nach Hamburg und gerät in einen gefährlichen Strudel von Geheimdiensten . Da sie nicht nur als weibliche Fliegerin große Beachtung bei dem männlichen Geschlecht findet, sondern auch bildhübsch ist und genau weiß, wie sie mit ihren weiblichen Reizen bei den Männern punkten kann, versteht sie sehr schnell Informationen aus verschiedenen Kreisen zu sammeln. Doch sie bemerkt auch, dass sie beobachtet wird und es nicht nur für ihre Informanten, von denen einige ermordet werden, sondern auch für sie immer brenzliger wird...
Das Buch ist illustriert mit Fotos aus der damaligen Zeit und  einem Plan der Hamburger Altstadt aus dem Jahr 1925. Im Epilog geht der Autor auf die wirklichen Geschehnisse und politischen Hintergründe der Handlung ein und inwieweit die Handlung seiner eigenen Phantasie entsprungen ist.
Wer gerne spannende Krimis mit historischem Hintergrund liest und mehr über Deutschland im Jahre 1925 erfahren möchte, ist mit diesem Buch für spannende und interessante Lesestunden gewappnet.

Mittwoch, 11. April 2018

Rezension zu "Die Reise der Amy Snow" von Tracy Rees

Inhalt
Ein Buch über zwei ungleiche Frauen, deren Freundschaft bis weit über den Tod hinaus andauert
Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: Ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.
"Eine eigenwillige Heldin, eine meisterhaft geschriebene Story und ein großes Rätsel. Was kann sich ein Leser mehr wünschen?" Lucinda Riley
Leserliebling: Die Reise der Amy Snow von Tracy Rees hat den 1. Platz des Lovelybooks Leserpreis 2016 in der Kategorie historische Romane gewonnen!

Autorin
Tracy Rees wurde 1972 in Wales geboren. Nach ihrem Abschluss an der Universität von Cambridge arbeitete sie acht Jahre bei einem Sachbuchverlag, bevor sie sich für eine Veränderung entschied und als Beraterin für Krebspatienten und deren Familien tätig wurde. Ihre Geschichte "Die Reise der Amy Snow", die im 19. Jahrhundert spielt, wurde als Gewinner eines Schreibwettbewerbs ausgewählt und so erhielt die Autorin einen Vertrag für die Veröffentlichung des historischen Romans. Tatsächlich avancierte dieser zum Bestseller und soll im März 2016 nun auch auf Deutsch erscheinen. Heute ist Tracy Rees noch immer ihrer Heimat treu geblieben und lebt die meiste Zeit in South Wales.

Taschenbuch: 496 Seiten 
Verlag: Ullstein Taschenbuch (13. Oktober 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3548289800 
ISBN-13: 978-3548289809
zu kaufen : https://amzn.to/2HuF3ZA

Meine Einschätzung

1831 findet Aurelia Vennaway, 8 Jahre alt, im Schnee ein fast erfrorenes Baby. Sie nimmt es mit zu sich nach Hause - auf da englische Anwesen Hatville Court. Ihre Eltern sind entsetzt, wollen aber ihrer Tochter nicht den Wunsch abschlagen, dass das Baby , ein kleines Mädchen, von nun ab bei ihnen aufwachsen darf.
Es wird Amy Snow genannt und wächst von nun an, abgeschirmt von der Außenwelt, in der Küche des Anwesens auf. Hier muss sie auch frühzeitig mithelfen. Nur Aurelia bringt Licht in das sonst graue Leben von Amy und versucht so gut sie kann, sie vor den Grausamkeiten, vor allem vor der Herrin des Hauses, zu schützen. Doch ein Schatten liegt über der Freundschaft der beiden Mädchen- Aurelia erkrankt schwer und stirbt sehr jung.  
Da Amy nun keine Beschützerin mehr hat- wird sie aus dem Anwesen gejagt. Doch ihre junge Freundin hat für sie vorgesorgt und schickt sie nun auf eine Reise mit unbekannten Ziel. In Briefen, die Amy wie in einer Schnitzeljagd in verschiedenen Orten finden muss, sind immer die nächsten Etappenziele angegeben. Dort begegnet sie vielen liebenswürdigen Menschen, die ihr gern weiterhelfen. Sie wird durch diese Reise selbstbewußter und lernt das Leben kennen. Dadurch wird es auch eine Reise zu ihrem eigenen Ich.
Die Erzählweise ist sehr bildhaft. Man erfährt viel vom Leben der damaligen Zeit. Die Charaktere der handelnden Personen sind gut dargestellt.
Voller Spannung erlebte ich die Suche von Amy nach dem Geheimnis ihrer verstorbenen Freundin. Oft verlässt sie der Mut weiter zu suchen, denn es war in der damaligen Zeit nicht ungefährlich, allein als Frau zu reisen. Auch muss sie oft liebgewonnene Menschen plötzlich verlassen, denn ein neues Etappenziel wartete auf sie.
Ich habe beim Lesen mit Amy gehofft und gebangt. Das endgültige Ende und die Offenbarung von Aurelias Mutter haben mich dann doch überrascht...
Wer wissen möchte, was Amy auf ihrer Reise erlebt, ob sie das Geheimnis von Aurelia lösen kann und wie ihre Zukunft aussieht, muss dieses sehr unterhaltsame und einfühlsame Buch lesen. 
 



Rezension zu "Black Rabbit Hall" von Eve Chase

#Werbung 
(im Rahmen der hello SUNSHINE Kampagne)

Inhalt

Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert ...

Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.

Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ...

Autorin

Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser, in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den bröckelnden Steinmauern weiterleben. Eve Chase ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Oxfordshire.
  
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten 
Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Erstausgabe (29. Februar 2016) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3764505605 
ISBN-13: 978-3764505608

Meine Einschätzung

Ich war von ersten Moment an gefesselt, hineingezogen in eine düstere mystische Welt um ein englisches Schloss. Die Art der Beschreibung des Anwesens hat mich hineinkatapuliert in das historische Gemäuer belebt von Kinderlachen, der Natur ringsumher...der Weg zum Strand, das Meer mit seinen Gezeiten...Doch trotz aller Lebenslust und Frohsinn ausgestrahlt durch die Familie Alton mit ihren 4 Kindern, schwebt über allem ein dunkler Hauch...
Der Roman besteht aus 2 Erzählsträngen. In dem einen begleiten wir Amber beginnend in den 60iger Jahren auf ihren Abenteuern in Black Rabbit Hall. Es ist eine Geschichte von Geschwisterliebe, Verlust, Einsamkeit, Ängsten....Es ist aber auch eine Geschichte von Ambers erster Liebe und ihr Reifen vom jungen Mädchen zur Frau.
Im anderen Erzählstrang  begegnen wir Lorna, viele Jahrzehnte später, die mit ihrem Verlobten in Cornwall unterwegs ist, um für ihre Hochzeitsfeier ein Anwesen sucht. Sie war früher mit ihrer Mutter öfter bei diesem Schloss, das heute nur noch von 2 Personen bewohnt wird. Beim Anblick Black Rabbit Hall verliebt sie sich sofort in das Anwesen und beschließt genaueres über das Schloss, seine Bewohner und die Möglichkeit hier ihre Hochzeit feiern zu können, zu erfahren. Beim Lesen wollte ich Lorna zurückhalten das Anwesen zu betreten... Sehr gut beschrieben ist ihre Spurensuche in den alten Gemäuern des Schlosses. Die Vergangenheit holt sie hier ein und was sie erfährt und ob beide Frauen ein gemeinsames Schicksal verbindet, erfährt der Leser in diesem Buch. Auch was die black Rabbits in der Geschichte für eine Rolle spielen, ist spannend zu erfahren.
Die Erzählweise ist voller Geheimnisse, unerwarteter Wendungen und voller Mystik und Tragik. Ich habe mit den Hauptpersonen mitgebangt und konnte kaum das Buch mal aus der Hand legen.
Für alle Leser, die Familiengeheimnisse lieben. Ein gelungener Debütroman der Autorin.